Uni, Affen, Nationalpark

27. Juli – 13. August
Uni – Fahrkarte zum Nordpol
Jedem dem das Wort „Denglisch“ geläufig ist, sollte schnell hinter die Bedeutung des Wortes „Menglisch“ kommen. Für Allegra (die als dritte europäische Austauschstudentin und Mitbewohnerin fester Bestandteil unserer „Gang“ ist) und uns gehören die verschiedenen Nuancen dieser Sprache seit dem 27. Juli, unserem offiziellen Uni-Start, zwei mal wöchentlich zu unserem Alltag. Die Einführungsveranstaltung bei Reis, „Fischkugeln“ und Salat war schon Komödie pur, als die Profs sich der Reihe nach vorstellten, wobei die anderen lautstark ihre Kommentare zum Besten gaben. Ein Unterschied zum förmlichen und distanzierten Deutschland war schnell zu erkennen.
Im Anschluss hatten wir unsere erste Vorlesung: Integrated Management. Die Vorlesung wird von zwei verschiedenen Professoren Montag- und Mittwochabends gelesen und befasst sich mit verschiedenen Aspekten des Energiemarktes in Form von vier Fallstudien. In der Theorie. In der Praxis kämpfen wir mit dem angesprochenen Menglisch, Professoren die Fragen stellen, um sie selber zu beantworten (aus wissenschaftlicher Sicht durchaus auch nicht immer der herrschenden Meinung folgend) und Langerweile! In den ersten drei Wochen, 6 x 3 Stunden Lebenszeit also, befassten wir uns ausschließlich mit einem Thema. Blieb die Hoffnung auf mein Spezialgebiet „Marketing Strategy Development“. Klang thematisch anspruchsvoll für Joscha als Marketinglaien. Die zwei wöchentlichen Vorlesung, die zu unserer großen Freude von ursprünglich Dienstag und Donnerstag auf Dienstagabend und Samstagmorgen verlegt wurden, sind jedoch eher auf Joschas als auf meinen Wissensstand ausgelegt. Die Anwendung der gelernten Theorien stehen hier jedoch klar im Mittelpunkt, was dazu führte, dass wir unsere freie Zeit in den ersten zwei Wochen hauptsächlich in der auf gefühlte Minusgrade runtergekühlten Bib verbrachten. Die zunächst für überflüssig erachteten warmen Anziehsachen sind da Gold wert.

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Farbenspiel an Kuching’s Waterfront
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Farbenspiel an Kuching’s Waterfront
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Kuching’s sunset

Bananas, Barnana, Orang-Utans und ein Monsun
Um den zweitwichtigsten Grund unseres Auslandssemesters, Spaß (wer sich fragt was der Erste ist: Ausbildung natürlich), nicht aus den Augen zu verlieren und nicht den Winterdepressionen der Arktistemperaturen zu verfallen, haben wir zwischenzeitig Malaysias vielfältige und sehr empfehlenswerte (Essens-) Kultur weiter erkundet.
Jedem Kinogänger, der einen kleinen Teil des Kindes in sich bewahrt hat, können wir The Minions nur wärmstens ans Herz legen! Hier ist das Ganze bei mitgebrachtem Bier und Ein-Euro-Riesen-Popcorn in seiner ganzen Genialität für drei Euro zu genießen.
Bei unseren ersten Untersuchungen des kuchingschen Nachtlebens sind wir auf die Barnana gestoßen. Günstiges Becks, gute Musik und eine nette Atmosphäre haben die Lokation zu unserem wöchentlichen Anlaufpunkt gemacht. Noch zu erkunden bleibt die flambierte „Triple Sundae Ice Cream“.

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Erster Abend in der Barnana

Am Mittwoch unserer zweiten Uni-Woche traf meine ehemalige Mitbewohnerin aus Münster ein, um uns bei unseren Erkundungen zu begleiten. Unser erster gemeinsamer Ausflug führte uns zu dem Semanggoh Wildlife Park, einem der wenigen Orte der Welt an denen wildlebende Orang-Utans zu beobachten sind. Diverse Fehlinformationen unseres Reiseführers führten dazu, dass wir den Hinweg anstelle mit dem Bus mit dem Taxi zurücklegten, genau zur Mittagspause ankamen und drei Stunden später „leicht“ verschwitzt nach einem zwei Kilometer-Marsch in der Mittagssonne aus dem nächstgelegenen Dorf unser Ziel erreichten. Das Resort beherbergt mehrere Dutzend Orang-Utans, die in der Wildnis verletzt wurden. Zwei tägliche Fütterungen versorgen die Tiere mit Nahrung, die aufgrund der hohen Anzahl an Orang-Utans nicht ausreichend vorhanden ist und bieten die beste Gelegenheit für eine Begegnung. Der Besuch war sehr beeindruckend und schön. Bilder beschreiben das Erlebte besser als weitere Worte.

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Willkommen im Semeggoh Wildlife Center
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Guck-guck
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Ein ziemlich hungriger Affe
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Essender Affe beim ‚Abhaengen‘

 

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Mama und Baby Affe auf der Essenssuche
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Spielendes Baby mit Mama-Affe

Unsere nächste Tour führte uns, das erste Mal gemeinsam mit unserer neuen dänischen Mitbewohnerin Desiree, in den im Nordosten Kuchings gelegenen Bako National Park. Geplant war ein Zweitagestrip mit Übernachtung im tropischen Bungalow. Nachdem wir uns in Chinatown mit allerlei, vorrangig süßlichem, Proviant versorgt hatten und mit einem inoffiziellen Minibus am Registration Office angelangt einen Bungalow mieten wollten, wurden wir für unsere Kurzfristplanung bestraft: ausgebuchte Bungalows. Nichtsdestotrotz kauften wir benötigte Eintritts- und Boottickets (der Grund dafür das obligatorische Boot nicht zu inkludieren muss wohl im Interesse eines höheren Gesamtpreises liegen). Wir entschieden uns, zwei der diversen Wanderrouten zu begehen und wurden mit sehr schönen Einblicken in Flora und Fauna des Regenwaldes belohnt. Zwischenzeitliche Abkühlung von der tropischen Hitze, der Sonne sowie der 200-prozentigen Luftfeuchtigkeit boten am Mittag ein in einer Bucht gelegener Strand und am Nachmittag ein völlig überraschender Monsun. Dieser erfasste uns glücklicherweise auf dem Rückweg zum Insel Headquarter, an dem wir dann völlig (!) durchnässt ankamen.

Die alltägliche Ebbe zwang die Boote, etwa 50 Meter vom Strand entfernt auf uns zu warten und uns, mit Sack und Pack diese 50 Meter zu überbrücken. Mein Raincover, was sich als Kameraschutz vor dem Regen zuvor schon vollständig amortisiert hatte, wäre hier bei einer Unachtsamkeit nicht viel Wert gewesen. Mit einiger Durchsetzungskraft und angeborener Eleganz sicherten wir uns jedoch „trocken“ eines der ersten Boote und traten unseren Heimweg an.

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Schoener Ausblick auf die Bucht von Bako
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Etwas Erholung nach dem Trekking

 

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Bako’s „Hafen“
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Wildschwein gesichtet!

 

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Unser Transportmittel zum Nationalpark

 

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Unsere Trekking-Gruppe 🙂
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Erst einmal ein Fotooooo!
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Trail-Schilder
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Anstrengende Trekking-Route

 

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Und Cheeeeeese!
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