Miri & Brunei: Seepferdchen-Leuchtturm und Moscheen

4:00 Uhr. Etwas übermüdet aber voller Vorfreude begannen wir unseren ersten Tag der folgenden fünfwöchigen Midterm-Break-Reise. Nach einem mitgebrachten Gemüse-Baguette Frühstück am Kuchinger „Riesenflughafen“ ging es auch schon mit AirAsia (pünklich!) Richtung Miri, unserer ersten Station.

Miri liegt auf Borneo im Staat Sarawak, östlich von Kuching. Größentechnisch ist es vergleichbar mit Kuching, die Innenstadt jedoch zentrierter und somit wesentlich belebter.

Nach unserer Ankunft am Flughafen Miri erfuhren wir, dass der Busverkehr in die 10km entfernte Innenstadt seit Anfang des Jahres eingestellt wurde. Und das nur damit die reichen Touris ihr Geld in die Taxi-Kassen pumpen. Da wir gerade erst mit unserer Reise begonnen hatten waren wir noch sehr motiviert und entschieden uns kurzerhand die Strecke zu laufen. Es war ja noch früh am morgen und deswegen hielt sich die Hitze in Grenzen. Jedoch kam uns nach einer halben Stunde an der schier endlos lang erscheinenden Straße die Idee doch nicht mehr so genial vor. Mit tomatenroten Gesichtern, naßgeschwitzen Klamotten und einem vollgepackten Backpack auf dem Rücken wurden wir auf halber Strecke letzendlich von einem super netten Einheimischem mit seinem Pick-Up aufgegabelt und zu unserem Hostel gefahren.

Die Suche nach unserem Hostel gestaltete sich jedoch etwas schwieriger als gedacht. Google Maps und auch unsere CityMap App zeigten uns nicht den richtigen Standort an. Mit der Hilfe von Mirianern fanden wir es letztendlich. Dort angekommen wurden wir sehr nett vom Personal empfangen, was uns auch zu einem „zweiten“ Frühstück im Hostel einlud (es war nämlich gerade erst einmal 10 Uhr). Gut gestärkt mit Toast, Marmelade und Erdnussbutter (oder für Joscha nur mit Toast und Butter) machten wir uns auf Richtung City-Sightseeing. Neben ein paar Tempeln, Moscheen und einigen netten Märkten gab es jedoch nicht viel Besonderes zu entdecken. Deshalb entschieden wir uns dazu, den etwas weiter entfernten Seepferchen-Leuchturm zu besichtigen. Miri is nämlich als die Stadt der Seepferchen bekannt, wogegen ja Kuching die Stadt der Katzen ist. Nach einer weiteren Stunde umherlaufen kamen wir an Miri´s Waterfront an und fanden dort unser Ziel. Der Leuchturm war jedoch etwas kleiner als erwartet und die Umgebung wirkte wie eine Einöde. Nach kurzem Aufenthalten spazierten wir zurück, erholten uns für eine Weile im Hostel, besichtigten noch eine Moschee und durchquerten den Zumba-Tanzpark. Als Abendprogramm entschieden wir uns für ein chinesisches Hawker-Center. Auf unserer Speisekarte stand Chili-Chicken und Shrimps in Black-Peper Sauce und wir wurden nicht enttäuscht. So konnte es definitiv weitergehen. Darauf stießen wir mit zwei Bier an und fielen relativ früh erschöpft ins Bett.

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Gemuesemarkt in der Innenstadt von Miri
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Joscha und unsere gerade ersteigerten Rambutans
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Chinesischer Buddisten-Tempel
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Typischer malaysischer Strassenmarkt
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Chilis & Limetten: die malaysische Hauptzutaten fuer Laksa
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Miri’s Seepferdchen-Leuchtturm
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Und nochmal von Weitem ….
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Altes Sarawak Wrack-Schiff
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Ich und meine erste Kostprobe der Rambutan
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Gemuesemarkt in der Innenstadt von Miri
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Und noch einmal bei Sonnenuntergang
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Zumba-Party im Miri Fan
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Welcome to Miri! 😀
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Chicken mit Chilisauce und Prawns mit Black-Pepper-Sauce
Unterwegs mit dem Bus nach Brunei: zum Mittagessen gab es mitgebrachte Gemuese-Sandwiches
Unterwegs mit dem Bus nach Brunei: zum Mittagessen gab es mitgebrachte Gemuese-Sandwiches

Am nächsten Tag ging es auch schon wieder früh für uns weiter, denn es stand unsere Busreise nach Brunei an. Da der Busterminal etwas außerhalb von Miri lag, mussten wir frühzeitig loslaufen und erreichten nach circa 1 Stunde unser Ziel. Nachdem wir uns einen Überblick im Ticketcounter-Wirrwarr verschafft hatten, kauften wir unsere Tickets nach BSB, der Hauptstadt Bruneis und fuhren sogar auf die Minute pünklich los. Etwa eine halbe Stunde später erreichten wir auch schon die Grenze, emigrierten aus Malayisa und immigrierten nach Brunei (das macht schon mal zwei neue Stempel im Pass). Jippie! Drei weitere Stunde später kamen wir in BSB an. Doch nun lag die nächste Challenge vor uns, denn GoogleMaps zeigte uns eine andere Adresse für unser Hotel an als CityMaps. Mithilfe des superschlauen Internets entschieden wir uns für den CityMaps Standort und machten uns auf den 5 km langen Weg. Anderthalb Stunden später kamen wir am angegebenen Standort an, fanden jedoch kein Hotel vor. Die Gegend um uns herum kam uns auch irgendwie suspekt vor. Ein Einheimischer wurde durch unsere verwirrten Blicke und das ratlose Herumirren aufmerksam und half uns letztendlich unser Hotel zu finden. Er brachte uns netterweise mit seinem Auto hin, da der richtige Standort 2km von dem angebenen entfernt lag. Geschafft aber froh endlich angekommen zu sein bezogen wir unser Zimmer und erholten uns von den Lauf-Strapazen.

Insgesamt verbrachten wir zweieinhalb Tage im Sultanat (ja, Brunei gehört zu einem der letzten). Der vom Öl herlangende Reichtum spiegelte sich in einer für Südostasien ungewöhnlichen Sauberkeit, einer westlichen Infrastruktur mit funktionierendem Busverkehr (!) und schönen, teuren Autos wieder. Negativ ist uns dagegen der Umgang mit Frauen aufgefallen. Diese werden weder begrüßt, noch in Gespräch aktiv mit eingebunden. So kam es zu einigen für uns lustige Situationen, als Lisa einfach Gespräche mit Männern eröffnete oder sich mit Handschlag vorstellte.

Die zwei größten Moscheen stellen zugleich die Highlights BSBs dar. Hinzu kommt noch das „Venedig Südostasiens“, eine Wasserstadt die zwar sehr schön zum Anschauen ist, aber im Charme nicht annähernd an das Original herankommt. Am Ankunftstag, an dem das Wetter eher noch ansprechend war, besichtigten wir neben einer der Moscheen (die schönste und prunkvollste die wir bis heute auf unserer Reise gesehen haben) noch einen schön gestalteten Park und suchten uns den besten Japaner für unser Abendmahl: Sushi!

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Die Jame’Asr-Hassanal-Bolkiah-Moschee in Brunei
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und nochmal!
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und nochmal (weil sie so schoen ist!)!
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Ein sehr mutiger Mitarbeiter bei Malerarbeiten ganz oben auf der Moschee-Kuppel!
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Schoener Park in BSB
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Unser Abendessen: Sushi

Der nächste Tag began regnerisch. Als wir unser Hotel gerade verlassen wollten um unser Frühstück zu jagen, bot uns einer der Angestellten eine Mitfahrgelegenheit in die Innenstadt an. Auf der Fahrt erfuhren wir von unserem philippinischen Bruneier einen „Wer wird Millionär“ Fakt: Wenn es in Brunei regnet tobt auf den Philippinen ein Taifun. An unserem Ziel angekommen fanden wir recht schnell einen local market mit Fressgelegenheit. Zur Auswahl standen Reis mit verschiedensten Gemüsevariationen, verschiedene zugerichtetes Fleisch und Omellette. Wir tauschten zweimal einen Brunei-Dollar gegen eine große Portion Reis mit einmal Gemüse und Egg respektive Chicken. Beim anschließenden Marktbummel (aufgrund des andauernden Regens wurde der Markt von Planen und Regenschirmen auf asiatischer Höhe überdacht, so dass sich Joscha wie der Glöckner von Notre Dame voranschlängeln musste) entdeckten wir das erste Mal auf dieser Reise wilde Affen (es sollte nicht das letzte Mal bleiben).

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Unser Brunei-Fruehstueck
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Hmmmm!
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Sweet Granni auf dem Wochenmarkt!
Planen auf asiatischer Hoehe!
Planen auf asiatischer Hoehe!

 

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WIlde Affen auf dem Wochenmarkt!
Wilde Affen auf dem Wochenmarkt!

Im Laufe des sich auflockernden Tages besichtigten wir noch eine weitere Moschee, das Reign-Museum (unser erstes und letztes Museum auf dieser Reise) und die Watervillage. Diese mussten wir über einen 1km-langen, glitschigen und ungesicherten Holzsteg betreten, bei dem einige der morschen Bretter schon fehlten, andere „nur“ wackelten oder angsteinflößende Geräusche von sich gaben.

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Die Omar-Ali-Saifuddin-Moschee in BSB
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Und nochmal aus anderen Perspektiven
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🙂
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Gemuesemarkt in der Innenstadt von Miri

 

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Ein Snack fuer Zwischendurchimage

 

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Brunei’s Watervillageimageimageimage
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Gemuesemarkt in der Innenstadt von Miri
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Kampung Ayer: Watervillageimage
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Die Wasserstaedtler haben sogar ihre eigene Moschee!
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Unser Mittagessen: Chicken-Curry mit Reis

Um unser restliches Geld sinnvoll zu investieren, begaben wir uns gegen Abend zum Nightmarket. Als Abendbrot, Frühstück und Reiseproviant (und wie sich herusstellteauch noch Mittagessen für die nächsten zwei Tage) deckten wir uns mit 6 x Chicken-Rice mit Sambal, 4 Spring Rolls, 1 Prawn-Veggie-Bun, 4 x in Plastik eingepackte „Nudel-Ei-Sticks“ und einem FETTEN Peanut-Pancacke für insgesamt 10 Brunei Dollar ein! Die Fahrt zum bruneischen Hochglanz-Flughafen am nächsten Morgen legten wir mal wieder auf der Rückbank eines Einheimischen zurück, der es nicht über sich brachte uns auf den Bus warten zu lassen. Unser Flug nach Kuala Lumpur startete zum wiederholten Male ungewohnt pünktlich…

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Unsere erste (aber nicht letzte) Begegnung mit Apam Balik: einem malayischer Peanut-Pancake
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Unser ersteigertes Proviant fuer die naechsten Tage!
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Hmmmm!image
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Apam Balik: gefuellt mit Peanuts, Zucker, Rosinen und Kondensmilch
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