Bali Teil II: Sonnenaufgang und Mutter-Tempel mit Hindernissen

Von den Reisterrassen Tegallalangs kommend begannen wir unsere Reise zur Gipfelbesteigung von Mount Batur. Je höher wir uns auf unserem Roller vorarbeiteten, desto kälter wurde es. Als bekannter Wolkenmagnet regnete es dabei auch durchgängig auf uns herab: Zu blöd, dass wir nur auf unsere tropische Reisegarderobe zurückgreifen konnten. Bei einem wärmenden Zwischenstop machten wir Bekanntschaft mit der balinesischen Gastfreundschaft. An einem günstigen Restaurant („Warung“), dass eher einem Straßenkiosk glich, freundeten wir uns mit dem Jungeigentümer an und wurden zu Arak (selbstgebrautem Reisschnaps) zu unserem schnellst gezauberten Mittagssnack eingeladen und der gesamten Familie vorgestellt, die erstaunlich groß war. So lernten wir innerhalb von 30 Minuten mindestens 6 Onkels und unzählige Cousinen und Cousins kennen. Die große Vielfalt der Speisekarte bestand aus einem Gericht in schärferen oder milderen Ausführungen: gepresster Reis mit Sprossen in einer Peanut-Chilli-Sauce… Super lecker.

Mittagssnack bei Einheimischen: gepresster Reis mit Erdnuss-Chilli Sauce
Mittagssnack bei Einheimischen: gepresster Reis mit Erdnuss-Chilli Sauce

Als wir durchgefroren am Ende der mit dem Moped befahrbaren Etappe unserer geplanten Bergbezwingung angelangt waren nutzte ich all meinen Charm und ergatterte uns ein Zimmer direkt am dortigen Vulkansee. Der hoteleigene Pool wurde aus vulkanischen „Hot Springs“ gespeist und bot die perfekte Gelegenheit, unsere Körpertemperatur wieder zu normalisieren. Die an einen botanischen Garten erinnernde Gartenanlage im Zusammenspiel mit dem Seepanorama senkte dann auch unseren Stresspegel schnell wieder.

Auf dem Weg zum Mount Batur
Auf dem Weg zum Mount Batur

Am nächsten Morgen ging es um 03:15 aus dem Bett. Bei gefühlten Minusgraden (3 T-Shirts + Longsleeve + Regenjacke + langer Hose + 3 Paar Socken) begannen wir unseren Aufstieg. Neben der Wanderung bestand die Herausforderung darin, der Trekking Association (aka Mafia) aus dem Weg zu gehen. Offiziell ist die Gipfelbesteigung nämlich nur mit Guide erlaubt. Da der Weg jedoch auch im Dunkeln aufgrund der relativ geraden Wegführung sowie der zigtausend anderen Wandergruppen nicht zu verfehlen ist, entschieden wir uns aufgrund diverser Internetberichte zu unserem „Alleingang“. Die Angst vor den „bösen Guides“ trieb uns dann auch die ersten Meter schnell nach oben. Nach einer nächtlichen Waldwamderung erreichten wir, schon etwas ermattet, nach etwa einer Stunde die Baumgrenze. Von dort an ging es durch rutschigen und staubigen Vulkansand etwas steiler nach oben.
Als eine der ersten Gruppen erreichten wir schließlich erschöpft aber glücklich den Kraterrand, der gleichzeitig den Gipfel markierte. Nachdem wir einen schönen Aussichtspunkt gefunden hatten, genossen wir das vorsonnenaufgängige Farbenspiel des Himmels bei mitgebrachtem Kaffee und Bananen-Jaffle. Vereinzelte durch den Krater ziehende Wolken tauchten uns zwischenzeitlich in undurchdringlichen Dunst, der jeweils kurzzeitig von atemberaubenden Sonnenstrahlen in verschiedenen Farben durchbrochen wurde, bevor die Wolke entschwand.

Auf dem Mount Batur, kurz vor Sonnenaufgang
Auf dem Mount Batur, kurz vor Sonnenaufgang
Unser Sonnenaufgangs-Frühstück: selbstgemachtes Bananen Sandwich
Unser Sonnenaufgangs-Frühstück: selbstgemachtes Bananen Sandwich
Frühstück auf dem Gipfel bei Sonnenaufgang
Frühstück auf dem Gipfel bei Sonnenaufgang
Wuhuuuu :)
Wuhuuuu 🙂
Mitten im Wolkendickicht ganz oben
Mitten im Wolkendickicht ganz oben
Der Himmel färbt sich, gleich geht die Sonne auf ;)
Der Himmel färbt sich, gleich geht die Sonne auf 😉
Die Sonne geht auf.... :)
Die Sonne geht auf…. 🙂
Farbenspiel des Himmels bei Sonnenaufgang
Farbenspiel des Himmels bei Sonnenaufgang
Sonnenaufgang überm Vulkansee
Sonnenaufgang überm Vulkansee

Bevor wir uns an den Abstieg machten, umrundeten wir noch den semiaktiven obersten Krater, der noch Schwefeldämpfe von sich gab und das Kochen von Eiern im heißen Sand ermöglicht. Für den Abstieg entschieden wir uns für eine Alternativroute, die uns an einem zweiten Krater entlangführte. Dieser wurde von Affen in Besitz genommen und bot einen schönen Blick auf die im Tal liegende Mondlandschaft. Der gesamte Abstieg dauerte mit etwa anderthalbstunden nicht ganz so lange wie der Aufstieg, war jedoch aufgrund der einsetzenden Sonne sowie dem teilweise sehr rutschigen Lavagestein fast ebenso kräfteraubend. Insgesamt hatten wir zwei erwähnenswerte Erlebnisse mit der Mafia: „We don’t care if you die here!“ und „Mein Freund wartet unten auf Euch!“. Wir fühlten uns umgehend sehr willkommen.

Schwefelrauch vorm Sonnenaufgang
Schwefelrauch beim Sonnenaufgang
Schwefeldämpfe vom heißen Vulkangestein
Schwefeldämpfe vom heißen Vulkangestein
Joscha vorm Sonnenuntergang
Joscha beim Sonnenuntergang
Oben auf Mount Batur angekommen
Oben auf Mount Batur angekommen
Feeling like a Queen! :)
Feeling like a Queen! 🙂
Posender Affe auf dem Gipfel des Berges
Posender Affe auf dem Gipfel des Berges

Wieder am Hotel angekommen genossen wir den verbleibenden Vormittag vor Check-Out am Hot-Springs-Pool bevor wir uns mit unserem Rolle weiter in Richtung Besakih-Tempel aufmachten. Auf dem Weg legten wir noch einen (geplanten) Umweg um den See ein. Hier bot sich ein schöner Blick auf den zuvor bestiegenden Mount Batur.

Wunderschöne Gartenanlage des Hotels
Wunderschöne Gartenanlage des Hotels
Hot Spring Pool vor Mount Batur
Hot Spring Pool vor Mount Batur
Unser Hot Sping Pool
Unser Hot Sping Pool
Unsere Aussicht vom Hotel auf den Vulkansee
Unsere Aussicht vom Hotel auf den Vulkansee

Zu Besakih bleibt nicht viel zu berichten: Auch wenn der heilige Ort als „Muttertempel“ Balis gilt, machen Kommerzialisierung, Massentourismus und aufdringliche einheimische Verkäufer einen Besuch mehr zur Anstrengung als zum Vergnügen und wir waren froh, als wir uns nach kurzem Aufenthalt wieder auf unseren Bock setzten.

Der Hauptaufstieg zum Muttertempel
Der Hauptaufstieg zum Muttertempel
Besakih Skulpturen
Besakih Skulpturen
Blick vom Hauptgebäude des Besakih Tempels
Blick vom Hauptgebäude des Besakih Tempels
Hindus auf dem Weg zum Besakih Tempel zur Zeremonienfeier
Hindus auf dem Weg zum Besakih Tempel zur Zeremonienfeier

Unser erklärtes Tageszeit war Padang Bai, von wo aus wir mit einer Autofähre nach Lombok übersetzen wollten. Auf der Fahrt dorthin überholten wir mühselig zahlreiche überladene Scooter sowie fast umzukippen erscheinende Trucks. Einen kurzen Zwischenstop legten wir an einem kleinen Straßenmarkt ein, wo wir uns mit einigen lokalen Köstlichkeiten versorgten.

Gegen 18 Uhr erreichten wir dann endlich Padang Bai…

Reisfelder auf dem Weg nach Padangbai
Reisfelder auf dem Weg nach Padang Bai
Reisterrassen Balis
Reisterrassen Balis
Eine asiatische Spezialität: frittierte Banane mit Flüssiger Schokolade und geriebenen Käse
Eine asiatische Spezialität: frittierte Banane mit flüssiger Schokolade und geriebenen Käse
Hmm: lecker Banana mit Chocolate and Cheese :)
Hmm: lecker Banana mit Chocolate and Cheese 🙂
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