Lombok: Sonne, Strand und Meer

Die erste Hürde auf dem Weg nach Lombok ist die polizeiliche Fahrzeugkontrolle in Padang Bai. Offiziell werden alle Fahrzeuge überprüft, inoffiziell, natürlich, nur die der Touristen. Wir wurden von einem Good-Cop, Bad-Cop Duo kontrolliert. Als wir nur eine Kopie der Fahrzeugpapiere vorweisen konnten, hatten die beiden ihren potentiellen Weg in unser Portmonee gefunden und führten die restliche Kontrolle nur noch oberflächlich durch. Dann startete die Diskussion, in dessen Verlauf wir 4 x mit unserem Rollervermieter telefonierten und die Polizisten mindestens 6 x die Gesprächsführung wechselten. Wieder einmal konnte ich meinen unwiderstehlichen Charme, unterstützt durch einige Brocken Bahasa Indonesia, gewinnbringend für uns einsetzen, so dass wir nach nervenaufreibenden 15 Minuten ohne jedwede Schmiergeldzahlung die Überfahrt antreten konnten.

Als zwei der letzten Fahrgäste an Bord fanden wir nur noch einen notdürftigen Schlafplatz auf dem Oberdeck unter freiem Himmel, direkt hinter der Brücke. Nach vier und nicht, wie geplant, acht stündiger Seereise endete unsere kalte und recht harte Ruhepause abrupt mit der Schiffshupe und der unerwartet frühen Hafeneinfahrt. So standen wir also um kurz nach Mitternacht anstelle von etwa 5 Uhr in Lembar auf Lombok und standen vor der Frage „Was nun?“. Wir entschieden uns unserem ursprünglichen Plan folgend dazu, direkt nach dem im Süden der Insel liegenden und für seine Strände bekannten Ort Kuta weiterzufahren. Die nächtliche Fahrt war nicht nur kalt, sondern auch teilweise etwas angsteinflößend. Eine „Motorradgang“, Feuer an den Straßenseiten, ein auf der Straße stehender und mit einem Gewehr in die Luft zielender Einheimischer sowie einige Stunden zusammen mit den einheimischen Straßenhunden am Kuta-Beach sind eine Auswahl der dazu führenden Erlebnisse.

Der schlechte Start war am nächsten Morgen schnell vergessen. Ein erstes Mango-Frühstück am Strand, die erfolgreiche Suche einer schönen Unterkunft in Strandnähe und ein zweites, nahrhaftes Frühstück / Lunch sorgten für die Wiedergutmachung. Am Mittag entspannten wir zunächst am Kuta-Beach und holten nötigen Schlaf nach, tranken eine kühle Sprite auf unserer gemütlichen Terrasse und besichtigten noch einen der Lombokschen Traumstrände östlich von Kuta bei Tanjung Aan. Am Abend entschieden wir uns instinktiv für das beste Warung Kutas, Sonya’s Warung. Das gegrillte Hähnchen in Onion-Garlic-Sauce mit Reis war ein Gedicht, welches wir am kommenden Abend gleich noch einmal genossen.

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Willkommen auf Kuta Lombok
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🙂

Nach unserem obligatorischen Banana Pancake Frühstück am nächsten Tag fuhren wir noch einmal nach Tanjung Aan und hatten das Glück, unseren persönlichen Strandabschnitt zu belegen. Im gesamten Laufe des Vormittags blieben wir die einzigen Badewilligen und genossen Sonne, Meer und Ausblick. Nach dem Mittagessen in unserem neuen Stammlokal unternahmen wir am Nachmittag eine Erkundungstour gen Westen und machten Halt an zwei touristenfreien Stränden: Are Guling und Mawun. Beide waren nett, konnten aber nicht annähernd mit der Schönheit von Tanjung Aan mithalten. Dafür wurden wir am Strand von Mawun von einheimischen Fischern mit dem Angebot einer Kokosnuss in einen „Hinterhalt“ gelockt: Bei dem Verzehr derselben wurde uns ein Kaffee sowie diverse Früchte aufgeschnitten vor die Nase gesetzt und ein Oktopus für das Abendessen zum Verkauf aufgedrängt. Mit Müh und Not entkamen wir der Situation mit dem Verzehr von Kokosnuss und Kaffee und machten uns auf die Heimfahrt. Nach unserem Abendessen buchten wir noch eine sechs-tägige Bootstour nach Flores und wieder zurück nach Lombok für die nächste Woche. Aufgrund der späten Abendstunde verkalkulierte sich unser Vertragspartner um eine Millionen Rupiah pro Person, so dass uns eine unvergessliche Erfahrung zu einem sehr fairen Preis ermöglicht wurde. Der Preis sowie unsere Anzahlung von gerade einmal 200.000 Rupiah ließ uns zu dem Zeitpunkt noch an der Echtheit des Angebots zweifeln. Mehr dazu später.

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Wasserbüffel am Kuta Beach
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Schaukelversuche in Tanjung Aan
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Tanjung Aan
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Ebbe – Einheimische beginnen zu fischen
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Kokosnuss – immer gut für eine Snackpause
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Impressionen von Kuta Lombok

Am nächsten Morgen brachen wir früh in Richtung der Gilis auf. Geplant war eine Tour entlang der Südküste in Richtung Westen bevor wir in Richtung Norden abdrehen wollten. Unseren ersten längeren Halt des Tages legten wir in Selong Belanak ein. Der Strand stellte sich als Paradies heraus und ist bis heute der schönste, den wir gesehen haben. Kilometerlang in einer Bucht gelegen und umgeben von grün bewachsenen Bergen wird der Strand vornehmlich von bunt bemalten Fischerbooten und deren Eigentümern besiedelt. Einige Touristen verirren sich in ein angrenzendes Luxusresort, dass jedoch die einzige Spur des Tourismus darstellt. Wir entschieden uns umgehend unsere Weiterfahrt um einen Tag und eine Nacht zu verschieben und checkten im einzigen bezahlbaren Bungalow-Hotel ein.

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Bunte Fischerboote am Strand von Selong Belanak
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I ❤ Selong Belanak
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Selong Belanak – eine Traumkulisse
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Entspannung im Paradies
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Am Traumstrand von Selong Belanak
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Unser Bungalow in Selong Belanak

Zurück am Strand freundeten wir uns schnell mit einem der Fischer an und probierten uns so zum ersten Mal an Mee Bakso: Nudelsuppe mit Fleischklössen und gekochtem Ei, gewürzt mit circa siebzehn verschiedenen Saucen. Leeecker. Eine weitere Attraktion bildete eine Herde von Wasserbüffeln, die uns alle paar Stunden beim Sonnenbaden fast überrannten. Am späten Nachmittag verabschiedeten sich unsere neuen Freunde und bereiteten sich selbst und ihre Boote auf den Einsatz vor. Die Fischer von Selong Belanak spezialisierten sich auf die Lobster-Jagd. Die Boote waren daher mit ultrastarken auf das Wasser gerichteten Lampen ausgestattet, um den Lobstern des Nächtens den beginnenden Tag vorzugaukeln, woraufhin sich die nachtaktiven Tiere Schutz in den vorher ausgelegten Fangkörben der Fischer suchen. Mit Beginn der Dämmerung bot das Lichtermeer der Fischerboote eine atemberaubende Schönheit.

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Die Lobster-Fischerboote
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Unser Fischer-Freund
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Eine indonesische Spezialität, frisch zubereitet in der Roller-Küche: Mee Bakso
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Sonnenbaden auf Lombok mit Wasserbüffeln
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Busy Atmosphäre: die Fischerboote werden für die Nacht vorbereitet
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Abendstimmung in Selong Belanak
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Fried Rice mit Blick auf die Lichter der Fischerboote
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Fischer-Lichter am Strand von Selong Belanak

Am darauffolfenden Morgen wurden wir von gleich mehreren Muezzins verschiedener Moscheen um 4 Uhr unsanft geweckt. Es fiel uns daher auch nicht schwer früh in Richtung der Gilis aufzubrechen. Bevor wir gegen 12 Uhr im Hafen von Bangsal ankamen, versuchten wir uns an zwei weiteren Lombokschen Spezialitäten: Pecel (gepresster Reis mit Veggies und Peanut-Sauce) und Pelecing (gepresster Reis mit Veggies in scharfer Tomaten-Fisch Sauce). Beides wurde kalt als Salat serviert. Um 14 Uhr schifften wir nach Gili Meno…

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Pecel – gepresster Reis in Peanut-Chilli Sauce
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Pelecing in the making

 

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3 Gedanken zu “Lombok: Sonne, Strand und Meer

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