Kuching kann endlich wieder aufatmen

Haze. Man könnte auch sagen alle Jahre wieder. Denn es handelt sich hierbei nicht um ein einmaliges Phänomen, sondern um die 5. Jahreszeit (die vier weiteren Jahreszeiten bezeichnen die Malay scherzhaft als „dry“ , „very dry“ , „wet“ und „very wet“).

So sollte die Aussicht eigentlich immer sein
So sollte die Aussicht eigentlich immer sein
Haze Situation in Kuching
Haze Situation in Kuching

Es sieht aus wie eine Wand aus dichtem, dicken Smog, verfeinert mit Schmutzpartikeln und umgeben von nicht endend erscheinenden Nebelfeldern. Und das für über mehrere Monate hinweg. An fing die ganze Misere Mitte August und hielt bis Anfang November an. Glücklicherweise fiel unsere Semesterpause von über fünf Wochen in genau diesen Zeitraum, sodass wir immerhin in dieser Zeit vom Haze verschont blieben.
Kuching’s Air Pollutant Index (API), der das Verschmutzungslevel der Luft misst, war während der Haze-Periode über eine längere Zeitspanne im stark gesundheitsschädigenden und enorm gefährlichen Bereich, sodass die malaysische Regierung und auch unsere Uni zur besonderen Vorsicht aufriefen:

Treibt keinen Sport draußen!
Trinkt genügend Wasser!
Trinkt keinen Alkohol!
Haltet euch wenn möglich gar nicht draußen auf! Und wenn es unvermeidlich ist, dann tragt eine Maske!
Haltet alle Fenster geschlossen!

Der Flughafen in Kuching musste dieses Jahr wegen der Haze-Situation mehrere Flüge verschieben oder gar stornieren.
Nicht nur Kuching ist betroffen, sondern ganz Ost-Malaysia sowie West-Malaysia, Brunei, Singapur und weite Teile von Indonesiens Kalimantan und Sumatra. Singapur überlegte sogar den großen Preis von Singapur abzusagen. Glücklicherweise verbesserte sich die Luft-Situation und wir kamen in den Genuss, die Formel 1 vor Ort zu sehen (siehe hier).

Aber woher kommt nun dieser Haze? Verantwortlich dafür ist Indonesiens Farming-Kultur. Besonders in Kalimantan und auf Sumatra verbrennen die lokalen Bauer jedes Jahr während der trockenen Sommermonate Palmöl Plantagen, Reisfelder sowie Regenwälder um Land für neue Agrikultur zu gewinnen. Die indonesische Regierung hat das Verbrennen der Felder verboten und verurteilt das Verhalten der Farmer aufs Schärfste. Nichtsdestotrotz führen die Bauern ihren Brauch fort und setzen günstige und illegale Methoden zur Landgewinnung ein, die das Verbrennen von riesigen Abschnitten an Regenwäldern und Moorlandschaften einschließen und weiterhin gesundheits-schädigenden Rauch hervorrufen. Neben Verbrennungen der Felder und Plantagen lieben es die Indonesier ihren Müll auf offener Straße niederzubrennen, vor allem Plastik, was die Haze-Situation nicht gerade verbessert. Hinzu kommt, dass die Brände durch die lokale Trockenzeit verschlimmert werden und der Monsun-Wind dafür sorgt, dass der Smog gen Norden zieht und Borneos, insbesondere Sarawaks, Luft verpestet.

Die Anzahl an Bränden steigt jedes Jahr an. Die indonesische Regierung hat inzwischen die Kontrolle über die Feuer verloren. Neue verabschiedete Gesetze helfen nicht, wenn niemand dafür sorgt, dass diese auch eingehalten werden.

So please Indonesia, „Stop burning!“

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